Anlässlich des heutigen Crowdsourcing Summit im Betahaus Köln, glänzend organisiert von Claudia Pelzer, veröffentlichen wir hier einen Bericht über die Crowdconvention, die 2011 in Berlin stattfand. Eine kürzere Fassung dieses Textes erschien 2011 im Social Media Magazin.
Crowdsourcing ist, so eine beliebte Kurzdefinition, eine im Netz beheimatete, dezentrale Problemlösungs– und Produktionsweise („an online, distributed problem solving and production model“). Der Wired–Autor Jeff Howe schuf das Kunstwort 2006 aus „crowd“ und „outsourcing“: Ein Unternehmen oder eine Institution lässt eine Aufgabe nicht mehr von eigenen Mitarbeitern oder einem Dienstleister erledigen, sondern macht sie öffentlich, sodass eine große, offene Gruppe sie lösen kann. Eine reguläre Entlohnung der Arbeit gehört nicht zur Definition; viele Crowdsourcing-Projekte locken mit anderen Anreizen.
Einen guten Überblick über die Crowdsourcing-Szene vermittelte die Crowdconvention, die am 15. Juni 2011 in Berlin stattfand. Mehrere Tagungsreferenten versuchten augenzwinkernd, die Erfindung des Crowdsourcings für ihre jeweilige Heimat zu beanspruchen, und führten dabei nicht nur die Finanzierungskampage für die Freiheitsstatue oder den Ideenwettbewerb zur Bestimmung des Längengrads auf hoher See an, sondern auch die alte Praxis, zur Errichtung einer Scheune alle Männer der Umgebung zusammenzurufen und sich anschließend mit einem Festessen zu bedanken.
Crowdsourcing im engeren Sinne setzt allerdings das Social Web voraus. Clickworker zum Beispiel – das Unternehmen, das die Crowdconvention ausgerichtet hat – ist erst zwei Jahre alt. Weiterlesen →